Mehr Gewicht, andere Anforderungen
Elektroautos stellen andere Anforderungen an Reifen und Räder als klassische Verbrenner. Der Grund liegt im Gewicht: Der Akku wiegt mehrere hundert Kilogramm und muss dauerhaft von den Reifen getragen werden. Entscheidend ist dabei der Lastindex, der in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist. Laut ADAC liegt der Tragfähigkeitsindex bei Pkw üblicherweise zwischen 88 und 99, das entspricht 560 bis 775 Kilogramm je Reifen. Eine eigene Reifenpflicht speziell für Elektroautos gibt es dagegen nicht, wie die Reifenplattform OR24 erklärt. Maßgeblich bleibt immer, was im Fahrzeugschein steht – niedrigere Werte als dort angegeben sind nicht erlaubt, höhere schon.
Reicht die Traglast eines normalen Reifens nicht aus, kommen verstärkte Varianten zum Einsatz. Die Kennung XL steht für Extra Load, HL für High Load und trägt laut OR24 noch einmal rund zehn Prozent mehr Gewicht als ein vergleichbarer XL-Reifen. Hinzu kommen herstellerspezifische Kennungen auf der Reifenflanke, etwa der Stern bei BMW oder die N-Kennung bei Porsche. Vorgeschrieben sind solche Kennungen nicht, sie erleichtern aber die Auswahl eines passenden Reifens.
Warum auch die Felge größer wird
Die höhere Traglast wirkt sich nicht nur auf den Reifen aus, sondern auch auf die Felge. Wie das Portal Reifentiefpreis unter Berufung auf den ADAC darstellt, benötigen Reifen für Elektroautos wegen des höheren Fahrzeuggewichts eine größere Dimensionierung – und das zieht automatisch größere Felgen nach sich. Zwischen dem kleinsten und größten gängigen Lastindex liegen rund 200 Kilogramm pro Rad, ein Spielraum, der beim Sprung vom Kompaktwagen zum gleich großen Elektroauto mit Bodenbatterie oft knapp wird.
Besonders deutlich zeigt sich das bei Stahlrädern. Nach Angaben von Reifentiefpreis waren Stahlfelgen über 17 Zoll lange die Ausnahme, weil sie vor allem für kleinere, leichtere Fahrzeuge gebaut wurden. Mittlerweile verschiebt sich das Bild: Unter den zuletzt ins Sortiment aufgenommenen Stahlrädern des Anbieters nennt knapp ein Drittel ausdrücklich ein batterieelektrisches Modell oder eine Elektro-Plattform, der Anteil großer Durchmesser liegt dort deutlich höher als im Gesamtbestand. Auch Hersteller wie ALCAR mit seiner Marke ERION positionieren Stahlräder inzwischen gezielt für die Elektromobilität – mit Argumenten wie geringerem Energieaufwand in der Herstellung und reduziertem Luftwiderstand, wie Reifentiefpreis unter Verweis auf die Herstellerangaben schreibt. Eine unabhängig gemessene Reichweitenersparnis nennt der Hersteller dabei allerdings nicht.
Was beim Felgenwechsel vom Verbrenner zu beachten ist
Nicht jede Felge, die am Verbrenner passt, darf auch am Elektroauto montiert werden – selbst wenn beide Modelle dieselbe Karosserie teilen. Laut OR24 entscheiden immer die technischen Daten des einzelnen Rades: Lochkreis, Nabenbohrung, Einpresstiefe, die Freigängigkeit der Bremse und vor allem die zulässige Traglast der Felge. Gerade die Traglast wird beim Wechsel schnell übersehen, denn eine Felge, die am leichteren Verbrenner ausreicht, kann am schwereren Elektroauto zu schwach sein. Zugelassen ist eine Rad-Reifen-Kombination zudem nur, wenn sie im COC-Papier, einer ABE oder einem Teilegutachten für das jeweilige Fahrzeug hinterlegt ist.
Warum manche Werkstätten beim E-Auto genauer hinschauen
Dass eine Werkstatt beim Thema E-Auto-Reifen genauer nachfragt oder einen Wechsel ablehnt, hat meist einen nachvollziehbaren Hintergrund. Für allgemeine Arbeiten an Elektrofahrzeugen – dazu zählt auch der Räderwechsel – benötigen Werkstattmitarbeiter nach Darstellung des ADAC eine sogenannte 1S-Qualifikation nach der DGUV Information 209-093, wie Reifentiefpreis berichtet. Der ADAC selbst stuft diese Hürde allerdings als gering ein: Die Schulung dauert rund zwei Stunden und kostet zwischen 100 und 200 Euro. Ein sachlicher Grund, Räder an Elektroautos grundsätzlich nicht zu wechseln, besteht damit nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass die passende Qualifikation vorhanden ist – und dass beim Ansetzen des Wagenhebers die Hochvoltbatterie im Unterboden nicht beschädigt wird, worauf der ADAC laut Reifentiefpreis ausdrücklich hinweist.
Für uns bei Autoservice Schliebusch ist genau das der Maßstab: Service rund um Ihr Auto bedeutet, dass wir genau hinschauen, bevor wir ein Rad wechseln – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Sorgfalt gegenüber Ihrem Fahrzeug. Transparente Abläufe, faire Preise und persönlicher Service gelten bei uns unabhängig davon, ob ein Verbrenner oder ein Elektroauto auf der Hebebühne steht. Mit viel Leidenschaft fürs Handwerk achten wir darauf, dass Reifen, Felgen und Traglast zu Ihrem Fahrzeug passen, damit Sie sicher und zuverlässig unterwegs sind.
Fazit
Ob Reifen oder Felge: Am Elektroauto zählt vor allem das zulässige Gewicht. Lastindex, Felgentraglast und die passende Qualifikation in der Werkstatt sind keine Formalitäten, sondern sorgen dafür, dass Fahrzeug und Räder zusammenpassen. Ihre Zufriedenheit ist unser Antrieb – deshalb nehmen wir uns beim Reifen- und Felgenwechsel am Elektroauto die nötige Zeit für eine sorgfältige Prüfung.


